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Gästezimmer richtig ausstatten: Was für Übernachtungsbesuch wirklich vorhanden sein sollte

geschrieben von Marylin
Gästezimmer richtig ausstatten: Was für Übernachtungsbesuch wirklich vorhanden sein sollte

Ein Gästezimmer muss weder groß noch besonders aufwendig eingerichtet sein. Für Übernachtungsbesuch zählt vor allem, ob der Raum im Alltag funktioniert. Ein brauchbarer Schlafplatz, frische Bettwaren, gut erreichbares Licht, etwas Stauraum und ausreichend Privatsphäre sind meist wichtiger als zusätzliche Möbel oder aufwendige Dekoration.

Gerade in Wohnungen und Häusern, in denen das Gästezimmer gleichzeitig als Büro, Hobbyraum oder Abstellfläche dient, entscheidet die Vorbereitung darüber, ob der Raum tatsächlich gastfreundlich wirkt. Dabei geht es weniger darum, eine Hotelatmosphäre nachzuahmen. Sinnvoller ist es, die Situation aus Sicht des Gastes zu betrachten: Wo kann die Reisetasche stehen? Gibt es eine freie Steckdose? Lässt sich das Zimmer verdunkeln? Ist das Bett vollständig vorbereitet? Und kann sich der Besuch zurückziehen, ohne dass ständig jemand den Raum betreten muss?

Gute Gästezimmer orientieren sich am tatsächlichen Bedarf

Bei der Einrichtung eines Gästezimmers fällt der Blick schnell auf Möbel, Farben und Dekoration. Für den Gebrauch sind andere Details entscheidender. Gäste benötigen zunächst eine verlässliche Grundausstattung, mit der sie alltägliche Dinge möglichst selbstständig erledigen können.

Dazu gehören vor allem ein geeigneter Schlafplatz, eine Ablage neben dem Bett, Möglichkeiten für Kleidung und Gepäck, eine funktionierende Beleuchtung und ein vernünftiger Sichtschutz. Wer zusätzlich frische Handtücher, erreichbare Steckdosen und Informationen zum WLAN bereithält, deckt bereits viele typische Bedürfnisse ab.

Ein häufiger Planungsfehler besteht darin, vorhandene Möbel mit nutzbarem Stauraum gleichzusetzen. Ein Kleiderschrank hilft einem Gast wenig, wenn sämtliche Fächer belegt sind. Ähnliches gilt für Kommoden und Nachttische, deren Oberflächen vollständig dekoriert oder mit privaten Gegenständen zugestellt sind.

Für kurze Aufenthalte muss deshalb nicht zwingend viel Stauraum vorhanden sein. Entscheidend ist, dass ein Teil davon tatsächlich frei bleibt.

Der Schlafplatz ist die wichtigste Grundlage

In einem ausschließlich als Gästezimmer genutzten Raum ist ein dauerhaft aufgestelltes Bett die unkomplizierteste Lösung. Wird das Zimmer mehrfach genutzt, können Schlafsofa, Tagesbett, ausziehbare Liege oder Klappbett sinnvoller sein.

Die passende Lösung hängt vor allem davon ab, wie häufig und wie lange Gäste bleiben. Für einzelne Übernachtungen kann eine flexible Schlafmöglichkeit genügen. Wer regelmäßig Besuch für mehrere Tage beherbergt, sollte stärker auf Liegekomfort, Stabilität und eine ausreichend ebene Schlafunterlage achten.

Bei Schlafsofas lohnt sich vor dem Besuch ein kurzer Funktionstest. Das Möbel kann im täglichen Gebrauch als Sofa problemlos funktionieren, während sich erst beim Ausziehen zeigt, ob Mechanik, Auflage und Liegefläche noch in Ordnung sind.

Auch die Platzierung des Bettes sollte nicht allein nach dem verfügbaren Raum erfolgen. Gäste müssen nachts aufstehen können, ohne sich an Möbeln vorbeizwängen zu müssen. Türen, Schubladen oder Schrankelemente sollten trotz ausgezogenem Schlafsofa möglichst erreichbar bleiben.

Besonders in kleinen Gästezimmern ist deshalb nicht automatisch die größtmögliche Liegefläche die beste Lösung. Eine etwas kompaktere Schlafgelegenheit kann im Alltag mehr Komfort bieten, wenn dadurch ausreichend Bewegungsfläche erhalten bleibt.

Bettdecke und Kissen müssen nicht für jeden Gast identisch sein

Zum vorbereiteten Bett gehören frische Bezüge, ein brauchbares Kopfkissen und eine Bettdecke, die zur Jahreszeit und zur Temperatur im Raum passt. Eine universell für jeden Menschen geeignete Kombination gibt es nicht. Das persönliche Wärmeempfinden unterscheidet sich erheblich.

Wer regelmäßig Übernachtungsbesuch hat, kann deshalb von zwei unterschiedlich warmen Decken oder zumindest einer zusätzlichen leichten Decke profitieren. Gerade in Übergangszeiten lässt sich der Schlafkomfort damit einfacher anpassen, ohne den gesamten Raum stärker heizen oder kühlen zu müssen.

Bei der Ausstattung spielen außerdem Format, Füllmaterial, Wärmeleistung und Pflegeeigenschaften eine Rolle. Wer für ein Gästezimmer Bettdecken kaufen möchte, sollte diese Merkmale stärker gewichten als rein optische Unterschiede. Eine Gästedecke muss vor allem zur vorgesehenen Nutzung passen und sich praktikabel lagern sowie pflegen lassen.

Auch beim Kissen ist keine große Auswahl erforderlich. Ein sauberes und formstabiles Kissen gehört zur Grundausstattung. Ein zweites Kissen kann nützlich sein, wenn ein Gast höher liegen oder im Bett lesen möchte.

Bettdecken und Kissen, die längere Zeit nicht genutzt wurden, sollten bereits einige Zeit vor dem Besuch kontrolliert werden. Entscheidend sind ein trockener, sauberer Zustand und die Lagerung an einem Ort, an dem sich keine Feuchtigkeit sammeln kann. Eine Reinigung sollte sich nach dem Pflegeetikett richten. Pauschale Waschtemperaturen sind wenig sinnvoll, weil Füllung und Bezug unterschiedliche Anforderungen haben können.

Frische Bettwäsche gehört zu jedem Gästewechsel

Bettwäsche sollte für neue Übernachtungsgäste frisch bezogen sein. Das klingt selbstverständlich, ist bei selten genutzten Gästezimmern aber nicht immer so eindeutig. Ein bereits vor Wochen bezogenes Bett kann zwar unbenutzt sein, dennoch können sich Staub und Gerüche bemerkbar machen.

Praktischer ist es daher, das Bett zeitnah zum Besuch vorzubereiten. Bezüge, Laken und Handtücher sollten sauber und vollständig trocken sein. Bei der Wäsche sind die Pflegeangaben auf den Textilien maßgeblich.

Auch Matratze, Bettgestell und Bereiche unter dem Bett verdienen gelegentlich Aufmerksamkeit. Gerade wenig genutzte Räume werden bei der regelmäßigen Reinigung leicht übergangen. Staub sammelt sich jedoch auch dort, wo niemand schläft.

Ein frisch vorbereitetes Gästezimmer zeichnet sich deshalb weniger durch einen bestimmten Duft als durch Sauberkeit und neutrale Raumluft aus. Stark parfümierte Raumsprays oder intensiv duftende Textilien sind nicht notwendig und können von Gästen unterschiedlich wahrgenommen werden.

Das Raumklima sollte anpassbar bleiben

Ein Gästezimmer, das den größten Teil des Jahres kaum genutzt wird, sollte nicht erst wenige Minuten vor der Ankunft gelüftet werden. Vor dem Besuch ist es sinnvoll, den Raum gründlich zu lüften und anschließend eine angemessene Temperatur herzustellen.

Für Schlafzimmer gelten rund 17 Grad Celsius häufig als brauchbare Orientierung. Dieser Wert ist jedoch keine Komfortvorgabe für jeden Menschen. Ältere Gäste, Kinder oder Personen mit einem anderen Temperaturempfinden können einen wärmeren Raum bevorzugen. Wichtiger als ein vermeintlich idealer Einzelwert ist daher, dass Heizung und Bettwaren eine gewisse Anpassung ermöglichen.

Auch die Luftfeuchtigkeit verdient Beachtung. In Wohnräumen gilt eine relative Luftfeuchte von etwa 40 bis 60 Prozent als sinnvoller Orientierungsbereich. Dauerhaft deutlich höhere Werte können in Verbindung mit kalten Oberflächen das Risiko für Feuchte- und Schimmelprobleme erhöhen.

Vor allem nach einer Übernachtung gelangt zusätzliche Feuchtigkeit in den Raum. Regelmäßiges Lüften hilft, diese wieder nach außen abzuführen. Möbel sollten außerdem nicht so angeordnet sein, dass Fenster nur mühsam erreichbar sind.

Ablageflächen sind oft wichtiger als zusätzlicher Stauraum

Übernachtungsgäste benötigen für wenige Tage normalerweise keinen vollständig freien Kleiderschrank. Einige gut nutzbare Flächen reichen häufig aus.

Besonders praktisch sind eine kleine Ablage am Bett, mehrere freie Kleiderbügel und ein Platz für Tasche oder Koffer. Auch Wandhaken können in kleinen Zimmern viel bewirken, weil Jacken, Kleidung oder Taschen dadurch nicht über Stühle gelegt werden müssen.

Für das Gepäck eignet sich beispielsweise eine stabile Bank, ein Hocker oder ein niedriger Tisch. Wer keinen zusätzlichen Platz für ein solches Möbel hat, kann zumindest einen Bereich des Bodens oder eine andere Fläche bewusst freihalten.

Der Nachttisch muss ebenfalls kein klassisches Möbelstück sein. Ein Wandboard oder ein kleiner Beistelltisch erfüllt denselben Zweck. Wichtig ist vor allem ausreichend Platz für Smartphone, Brille, Uhr oder ein Glas Wasser.

Damit wird ein Grundprinzip guter Gästezimmer sichtbar: Freie Fläche besitzt selbst einen funktionalen Wert. Ein vollständig dekoriertes Zimmer kann weniger praktisch sein als ein sparsamer eingerichteter Raum, in dem Besucher ihre eigenen Dinge unterbringen können.

Licht am Bett verhindert unnötige Wege im Dunkeln

Eine Deckenleuchte allein reicht für ein Gästezimmer nicht immer aus. Besonders sinnvoll ist eine zusätzliche Lichtquelle, die vom Bett aus erreichbar ist.

Das kann eine Nachttischleuchte, eine Wandlampe oder eine andere gut bedienbare Beleuchtung sein. Gäste kennen den Raum nicht so gut wie seine Bewohner. Wege, die Gastgeber auch im Dunkeln problemlos bewältigen, können für Besucher ungewohnt sein.

Deshalb sollte der Weg zwischen Bett und Tür möglichst frei bleiben. Lose Gegenstände, Gepäckstücke und Kabel gehören nicht in den Laufbereich.

Auch eine funktionierende Verdunkelung ist Teil des praktischen Komforts. Rollläden, Vorhänge oder Rollos schützen nicht nur vor Licht, sondern stellen auch die Privatsphäre sicher. Gerade bei Zimmern im Erdgeschoss oder gegenüber benachbarter Häuser ist ausreichender Sichtschutz wichtig.

Steckdosen sollten erreichbar und sicher nutzbar sein

Smartphone, Tablet, Smartwatch oder E-Book-Reader werden häufig über Nacht geladen. Eine freie Steckdose in Bettnähe gehört deshalb mittlerweile zu den besonders praktischen Ausstattungsdetails.

Ist keine Wandsteckdose erreichbar, kann eine geeignete Steckdosenleiste die Situation verbessern. Dabei sollte die elektrische Sicherheit Vorrang vor einer möglichst unauffälligen Verlegung haben. Steckdosenleisten dürfen nicht überlastet werden und sollten nicht hintereinander gesteckt werden. Beschädigte Kabel, Stecker oder Gehäuse gehören ausgetauscht.

Leitungen sollten außerdem nicht quer durch den Laufweg geführt oder unter Teppichen versteckt werden. Eine Stolperfalle neben dem Bett ist problematischer als eine sichtbar verlegte Leitung entlang der Wand.

Bei der Vorbereitung des Gästezimmers genügt deshalb ein kurzer Kontrollblick: Ist eine Steckdose frei? Lässt sie sich erreichen? Liegen Kabel sicher? Funktionieren Lampen und Schalter?

Kleine Details reduzieren Rückfragen

Ein Gästezimmer muss nicht mit Dingen ausgestattet werden, die möglicherweise irgendwann benötigt werden könnten. Einige Kleinigkeiten haben jedoch einen hohen praktischen Nutzen.

Frische Handtücher sollten entweder im Zimmer bereitliegen oder beim Eintreffen eindeutig gezeigt werden. Ein kleiner Papierkorb erspart Wege durch die Wohnung. Auch ein Trinkglas kann sinnvoll sein, insbesondere wenn sich Küche und Gästezimmer auf verschiedenen Etagen befinden.

WLAN-Zugangsdaten gehören heute ebenfalls zu den Informationen, nach denen Übernachtungsgäste häufig fragen. Wer regelmäßig Besuch empfängt, kann sie an einer diskreten Stelle im Zimmer hinterlegen.

Zusätzliche Aufmerksamkeit verdienen Gäste mit speziellen Bedürfnissen. Bei älteren Personen kann beispielsweise ein gut beleuchteter, freier Weg zur Tür wichtiger sein als zusätzliche Dekoration. Für Familien mit kleinen Kindern stellen sich wiederum andere Fragen, etwa nach erreichbaren Steckdosen, kippsicheren Möbeln oder verschluckbaren Kleinteilen.

Das bedeutet nicht, jedes Gästezimmer dauerhaft für jede denkbare Person ausstatten zu müssen. Sinnvoller ist es, die Vorbereitung an den konkreten Besuch anzupassen.

Privatsphäre lässt sich nicht durch Dekoration ersetzen

Ein technisch und gestalterisch gut ausgestattetes Gästezimmer verliert an Qualität, wenn Besucher dort keine Ruhe haben. Für die Dauer des Aufenthalts sollte der Raum deshalb soweit möglich als privater Bereich behandelt werden.

Eine schließende Tür und ausreichender Sichtschutz sind die Grundlagen. Gleichzeitig sollten Gegenstände, die während des Besuchs ständig benötigt werden, vorher aus dem Zimmer geholt werden. Wer mehrmals täglich Akten, Kleidung oder Haushaltsutensilien aus dem Gästezimmer holen muss, stört zwangsläufig den Rückzugsraum des Besuchs.

Das gilt besonders bei längeren Aufenthalten. Für eine einzelne Nacht lässt sich manches improvisieren. Bleibt jemand mehrere Tage, gewinnen freie Ablagen, Privatsphäre und Stauraum deutlich an Bedeutung.

Gästezimmer und Arbeitszimmer können gut zusammen funktionieren

Ein separater Raum nur für Besuch ist in vielen Wohnungen nicht realistisch. Eine Mehrfachnutzung ist deshalb kein Nachteil, solange sich die Funktionen voneinander trennen lassen.

Ein Arbeitszimmer mit Schlafsofa kann beispielsweise ein gut funktionierendes Gästezimmer sein. Vor dem Besuch sollten vertrauliche Unterlagen und persönliche Dokumente jedoch weggeräumt werden. Auch Arbeitsgeräte und Kabel sollten den Schlafbereich nicht blockieren.

Ähnlich sieht es aus, wenn der Raum gleichzeitig als Lagerfläche dient. Geschlossene Schränke beeinträchtigen die Gästefunktion kaum. Offene Kartons, Wäscheständer oder gestapelte Haushaltsgegenstände dagegen schon.

Bei der Planung multifunktionaler Räume lohnt sich daher eine einfache Frage: Wie viele Handgriffe sind nötig, damit aus dem Alltagsraum ein Gästezimmer wird? Je einfacher dieser Wechsel gelingt, desto wahrscheinlicher wird der Raum tatsächlich regelmäßig entsprechend genutzt.

Nicht jede typische Gästezimmer-Ausstattung ist notwendig

Ein eigener Fernseher, mehrere Sessel oder eine umfangreiche Dekoration sind für private Gästezimmer kein Muss. Auch eine Vielzahl von Zierkissen erhöht den Schlafkomfort nicht automatisch.

Im Gegenteil: Alles, was abends vom Bett geräumt werden muss, benötigt anschließend einen anderen Platz. In kleinen Räumen können zusätzliche Möbel und Dekorationsobjekte deshalb schnell zu einem praktischen Nachteil werden.

Auch die Idee, Gästezimmer dauerhaft vollständig einzurichten, passt nicht zu jedem Haushalt. Wer nur ein- oder zweimal im Jahr Besuch beherbergt, kann Bettwäsche, Handtücher und zusätzliche Bettwaren andernorts aufbewahren und erst vor dem Aufenthalt bereitstellen.

Entscheidend ist die Reihenfolge der Prioritäten. Schlafplatz, Sauberkeit, Licht, Verdunkelung, Ablagemöglichkeiten, erreichbare Steckdosen und Privatsphäre sollten zuerst funktionieren. Alles Weitere ist Zusatz.

Ein Probelauf zeigt Schwachstellen schnell

Viele Mängel eines Gästezimmers fallen Gastgebern nicht auf, weil sie selbst dort nie übernachten. Ein kurzer Probelauf kann deshalb überraschend aufschlussreich sein.

Lässt sich die Nachttischlampe vom Bett aus einschalten? Wo liegt das Smartphone während des Ladens? Ist die Matratze bequem genug? Lässt sich das Fenster öffnen, ohne Möbel zu verschieben? Gibt es nachts einen freien Weg zur Tür? Sind Vorhang oder Rollo tatsächlich blickdicht genug?

Solche Fragen lassen sich nicht allein beim Einrichten beantworten. Sie betreffen die tatsächliche Nutzung des Raumes.

Ein gutes Gästezimmer erkennt man deshalb weniger an der Menge seiner Ausstattung als daran, wie wenig Erklärungen es benötigt. Wenn Besucher schlafen, ihre Kleidung ablegen, Geräte laden, den Raum lüften und sich zeitweise zurückziehen können, sind die wichtigsten Anforderungen erfüllt. Zusätzliche Gestaltung kann den Raum wohnlicher machen, sollte diese grundlegenden Funktionen aber nicht verdrängen.

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