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Gartenpool anlegen: Planung, Technik und Wasserqualität im Blick

geschrieben von Marylin
Gartenpool anlegen: Planung, Technik und Wasserqualität im Blick

Ein eigener Pool im Garten ist für viele Hausbesitzer kein schöner Traum mehr. Die Zahl der angebotenen Systeme, Beckenformen und Wasseraufbereitungstechniken hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Damit wächst aber auch die Entscheidungsvielfalt: Welche Bauart passt zum Grundstück? Welche Filtertechnik ist wartungsarm? Und welches Wasseraufbereitungssystem ist gesundheitlich unbedenklich? Dieser Artikel bietet einen ersten Überblick über die wichtigsten Planungs- und Technikfragen.

Standort, Baurecht und Grundplanung

Ehe man sich mit technischen Fragen beschäftigt, gilt es, den Standort zu beurteilen. Für den dauerhaften Einbaupool gibt es in vielen Bundesländern baurechtliche Vorschriften. In Bayern etwa müssen Becken mit mehr als 100 Kubikmetern Inhalt genehmigt werden; ähnliche Regelungen finden sich auch in anderen Ländern. Es ist ratsam, sich frühzeitig mit der zuständigen Baubehörde in Verbindung zu setzen.
Zu beachten ist bei der Standortwahl:

  • Sonneneinstrahlung: Becken mit Südausrichtung haben eine viel längere Badesaison.
  • Abstand zu Bäumen: Laub und Wurzeln belasten die Filteranlage und können Beckenfolien schädigen.
  •  Grundwasserstand: Liegt der Grundwasserspiegel hoch, ist entweder die besondere Abdichtung oder eine besondere Auftriebssicherung notwendig.
  • Schallschutz: Pumpen und Aggregate erzeugen Betriebsgeräusche, die gegenüber Nachbarn relevant werden können.

Die Standardtiefe der Freizeitpools liegt bei 1,35 bis 1,50 m. Tieferes Becken bedeutet größeres Wasservolumen und damit größeren Aufbereitungsaufwand. Bereits in der Planungsphase sollte das gewünschte Wasseraufbereitungssystem festgelegt werden. Bei der Entscheidung für einen Salzwasserpool sind salzbeständige Bauteile erforderlich und eine Elektrolysezelle, die bei der Beckenplanung von Anfang an mit zu beachten ist.

Filtertechnik und Umwälzleistung

Das technische Herz eines jeden Pools ist die Filtrationsanlage. Von dieser hängt sowohl die Wasserqualität wie auch der Reinigungsaufwand ab. Drei Filterarten haben sich auf dem Markt durchgesetzt:
Sandfilter sind preisgünstig, weit verbreitet und bei regelmässiger Rückspülung zuverlässig. Die DIN 19643 legt die hygienischen Anforderungen an Schwimm- und Badebeckenwasser fest und ist auch für private Anlagen ein sinnvoller Orientierungsmaßstab.

Kartuschenfilter benötigen keine Rückspülung, muss aber manuell gereinigt werden. Sie sind besonders geeignet für kleine Becken mit bis zu 30 cbm Inhalt. Diatomeenerde-Filter (D.E.-Filter) bieten die feinste Filtration bis 3 bis 5 Mikron und liefern kristallklares Wasser. Wartung und Entsorgung des Filtermittels sind jedoch aufwendiger.
Die Leistung der Umwälzpumpe sollte so bemessen sein, dass das gesamte Wasservolumen einmal in 6 bis 8 Stunden umgewälzt wird. Bei einem Beckeninhalt von 60 m3 ist dann eine Mindestleistung von etwa 7,5 bis 10 m3/h erforderlich.

Wasseraufbereitung: Chlor, Salzwasserchlorierung, UV

Die Wahl des Desinfektionssystems beeinflusst Pflegeaufwand, Chemikalienverbrauch und Hautverträglichkeit. Die gängigsten Verfahren im Vergleich:
Klassische Chlorierung ist noch immer die günstigste und am besten dokumentierte Methode. Der pH-Wert sollte zwischen 7,2 und 7,6 liegen, da bei höheren oder niedrigeren pH-Werten die Bildung der Augen und Schleimhäute reizenden Chloramine begünstigt wird. Regelmäßige pH-Wertkontrollen, mindestens zweimal in der Woche, sind daher unerläßlich. Salzwasserchlorierung gewinnt das für die Desinfektion notwendige Chlor elektrochemisch aus dem in dem Wasser gelösten Kochsalz. Bei einem Salzgehalt von 3 bis 5 Gramm pro Liter entspricht man ungefähr dem Gehalt salzhaltiger Mineralwässer. Der Chlorgehalt liegt erheblich unter dem konventioneller Systeme, was gleichzeitig die Geruchsbelastung und Hautreizungen vermindert. Das Vorhandensein einer durchgängig korrosionsbeständigen Anlage ist unabdingbar, salzbeständige Materialien bei Pumpen und an Beckenoberflächen sind keine Option, sondern technische Pflicht.

UV-Desinfektion macht sich die natürlichen Entkeimungseigenschaften von UV-C-Strahlung zunutze. Es entstehen dabei keinerlei chemischen Rückstände. Da UV keinerlei Depotwirkung im Wasser entfaltet, wird sie in der Praxis auch nicht als alleiniges Mittel eingesetzt, sondern ergänzt die erforderliche Grunddesinfektion.
Ozonierung reduziert mit ihrer stark oxidierenden Wirkung in Verbindung mit moderater Restchlorierung den Chloreinsatz laut Fachliteratur bis um 80 %. Ozon zerfällt sehr schnell und hinterlässt keinerlei Rückstände. Kombinationen aus Ozonierung mit niedriger Restchlorierung gelten als besonders hygienisch, werden also auch bei öffentlichen Bädern gern praktiziert.

Kosten und laufenden Aufwand realistisch ansehen

Ein Einbaupool in Standardgröße (8 x 4 Meter) kostet in der Anschaffung je nach Bauform und Ausstattung 15.000 bis 50.000 Euro. Die jährlichen Betriebskosten für Energie, Wasser und Aufbereitungsmittel belaufen sich auf 800 bis 2.000 Euro. Wer diese Kosten senken möchte, sollte folgende Maßnahmen einplanen:

  • Automatische Dosieranlagen sorgen für konstanten pH-Wert und konstanten Desinfektionsmittelgehalt, ohne dass bei jeder Messung händisch eingegriffen werden muß.
  • Solarabsorber oder Wärmepumpen mindern den Energiebedarf zur Wassererwärmung erheblich und verlängern die Badesaison.
  • Abdecksysteme mindern den Wärmeverlust über Nacht, reduzieren den Chemikalienbedarf und halten Schmutz und Insekten fern.
  • Ein Pool, in den man nur gelegentlich einsteigt, verursacht doch ständig Betriebskosten. Eine ehrliche Nutzungserwartung vor der Investition, verbunden mit einem realistischen Pflegeplan, bewahrt einen vor dauernder Enttäuschung und ungeplanten Folgekosten.

 

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