Ein Umzug beschränkt sich selten auf Kartons mit Kleidung oder Geschirr. In vielen Haushalten sind es große Möbelstücke, empfindliche Materialien und auch Dinge aus dem Garten, die transportiert werden müssen. Mit massiven Esstischen, Einbauküchen, Hochbeeten oder schweren Pflanzgefäßen sind Planung und Durchführung gefordert. Schnell gehen beim Transport Dinge zu Bruch, kommt es zu Überlastungen von jedem mithelfenden Menschen, wird die Planung nicht mehr eingehalten. Wer sich also mit typischen Risiken und Anforderungen beschäftigt, kann fundierte Entscheidungen treffen und Probleme vermeiden.
Realistisch Material und Gewicht einschätzen
Möbel und Gartenelemente unterscheiden sich stark in ihrem Aufbau und ihrer Belastbarkeit. Massivholz ist empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und Temperaturwechsel, Naturstein, Beton oder Keramik haben ein hohes Eigengewicht und benötigen damit stabile und belastbare Transportlösungen. Auch vormontierte Möbel können Schwächen in ihrer Konstruktion und bei verleimten Verbindungen oder bei Glasanteilen zeigen. Die realistische Einschätzung des Gewichtes ist von Bedeutung. Oft entstehen Schäden, weil Gegenstände unterschätzt oder die falschen Hilfsmittel eingesetzt werden. Sackkarren, Tragegurte oder Rollbretter müssen auf die Last abgestimmt sein. Bei sperrigem Gut hängt aber auch der Transportweg mit seiner engen Treppe, schmalen Tür und rauem Gartenweg mit einem erheblichen Mehraufwand zusammen.
Verpacken und sichern
Die richtige Verpackung sorgt für den Schutz von Oberflächen und Konstruktion. Decken, Kantenschoner, Stretchfolie schützen vor Kratzern und Abrieb. Bei Gartenstücken wie Pflanzkübeln und Skulpturen ist die Fixierung wichtig, da sich die Teile bei ungleichmäßiger Gewichtsverteilung gerne kippen. Glasflächen, Spiegel, lackierte Fronten verlangen nach Schutzschichten. Verpacken sollte man nicht improvisieren. In der Regel ist zu wenig Abstand zwischen Transportgut und Fahrzeugwand fatal. Hier kann es durchaus sinnvoll sein, ein erfahrenes Umzugsunternehmen beauftragen, wenn es darum geht, schwere Lasten oder empfindliches Gut zu bewegen und dazu Sicherungssysteme zu installieren.
Transportlogistik und Ablaufplanung
Der eigentliche Transport beginnt nicht am Umzugstag. Es hilft, die Probleme vor Ort zu begutachten. Zufahrten, Ladezonen und die Tragfähigkeit des Bodens sind wichtige Punkte. Bei Gartenanlagen ist darauf zu achten, daß Wege tragfähig genug sind und nicht noch ausgebaut werden müssen.
Auch die Verladefolge will überlegt sein. Schwere Teile zuerst und gleich sichern, leichtere Möbel folgen später. Wer die arbeitet, hat einen Plan und vermeidet Leerlauf und Unfälle. Zeitpuffer sind einzuplanen, unvorhersehbare Hindernisse gibt es immer.
Eigenleistung am Umzugstag
Eigenleistungen sind billig, kosten aber auch den Kopf. Die körperlichen Belastungen sind meist unterschätzt. Rückenschäden aller Art und Stürze sind die häufigsten Gründe für Abbrüche am Umzugstag. Unerfahrenheit im Umgang mit Lasten ist ein weiterer Aspekt. Ein großes Risiko ist die Haftung. Die Schäden an unseren Möbeln, Böden und Treppenhäusern müssen wir im Zweifel selbst begleichen. Und das kann teuer werden. Wer Eigenleistung vorhat, setzt sich selbst Grenzen und schließt schwere und empfindliche Transporte aus.
Technische Hilfsmittel
Der Fachtransport hat eine Menge technischer Hilfsmittel, die wir im privaten Rahmen nicht haben. Möbelroller mit höchsten Traglasten, Treppensteiger und Hebebühnen machen den Vorgang sicherer. Die Verpackungsstandards richten sich nach Materialien und Belastungswerten. Fachliche Hinweise zum sicheren Einsatz von Hilfsmitteln beim Bewegen schwerer Lasten stellt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung unter Hilfsmittel zur Reduzierung physischer Belastungen bereit.
Transport schwerer, sperriger oder empfindlicher Gegenstände verlangt Vorbereitung und realistische Einschätzung. Materialien, Gewicht und Transportwege bestimmen den Aufwand. Wer die Probleme kennt, plant und sortiert, wird Schäden und überflüssige Belastungen vermeiden. Der nächste Schritt ist nun, den eigenen Haushalt zu Mustern zu legen, ihn kritisch zu begutachten und festzulegen, welche Arbeiten selbst übernommen werden können und welche fachliche Hilfe geboten sein sollte. Nur so bleibt der Umzug planbar und kalkulierbar.
